Christian Schmid (*1971 in München) arbeitet als freier Bild-hauer, Zeichner und Grafiker in der Münchner Türkenstraße. An einer Aorta des studentischen Treibens also, und sozusagen am Gartenzaun der Pinakotheken lässt er in seinem Hinterhof-Atelier Feinsinniges, großartige Kleinigkeiten und federleicht-Monumentales entstehen.

Das Spiel mit der Linie ist es, das seine Arbeiten durchzieht wie eine ebensolche. Mal als Idee, mal als feiner Strich, mal als anarchisches Knäuel oder drahtgewordener Nerv zwischen dem, was wir sehen und dem, was wir vielleicht schon immer geahnt haben.

Raffiniert, teils humoresk und manchmal absurd sind die Verbindungen zwischen Idee und Material, die Christian Schmid konstruiert. Konstruiert? Nein – aufzeigt. Man könnte meinen, er würde es sehen, das Zueinanderwollen von Gips, Draht, Papier, Öl und Ton – um am Ende alles meisterlich in essentielles Weiß und Schwarz zu gießen, zu formen und mit feinen Linien zu verbinden.

Dabei überlässt er es stets uns, wie wir uns auf sein Spiel einlassen: Ob wir uns von seinen losen Drahtenden fangen lassen oder doch lieber einfach mit ihm schmunzeln wollen. Ob es nun das ernste Gehabe seiner Stadt ist, das er für uns karikiert, oder es doch die feinen Windungen des Lebens sind, die er modelliert.

Und wer dann von dannen zieht, beschlichen vom leisen, aber doch nagenden Gefühl, mehr sehen und wissen zu wollen von Christian Schmid – der sei allzeit herzlich zu einem Besuch in seinem Atelier eingeladen.

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